Kurzantwort: In der EU muss ein Sicherheitsdatenblatt (SDS/MSDS) in der Regel in der Amtssprache des Landes vorliegen, in dem der Stoff oder das Gemisch in Verkehr gebracht oder bereitgestellt wird. Ein englisches SDS ist häufig nicht ausreichend, selbst wenn der Empfänger Englisch versteht.
1) Grundregel in der EU: Sprache des Ziellandes
Wenn Sie Chemikalien oder Gemische grenzüberschreitend liefern, erwarten Behörden, Kunden (Audit/Compliance) und Arbeitsschutz in der Praxis ein SDS in der Landessprache. Die rechtliche Basis liegt im Zusammenspiel von REACH und CLP sowie nationalen Vorschriften zur Bereitstellung von Sicherheitsinformationen.
- Lieferung nach Deutschland → Deutsch
- Lieferung nach Frankreich → Französisch
- Lieferung nach Italien → Italienisch
- Lieferung nach Spanien → Spanisch
Merksatz: Maßgeblich ist nicht die Sprache Ihrer Zentrale – sondern das Zielland des Inverkehrbringens.
2) Welche Sprachen sind in der Praxis typischerweise erforderlich?
Für EU-weit tätige Hersteller/Distributoren bedeutet das oft mehrere Sprachversionen. Besonders häufig nachgefragt sind u. a.:
- Deutsch (DE/AT)
- Französisch (FR/BE/LU)
- Niederländisch (NL/BE)
- Italienisch (IT)
- Spanisch (ES)
- Polnisch (PL)
- Tschechisch (CZ)
- Ungarisch (HU)
- Schwedisch, Dänisch,
(Nordics)
Für den EEA/Europa außerhalb der EU (z. B. Norwegen) gilt im Ergebnis ebenfalls: SDS in der Landessprache, wenn das Produkt dort bereitgestellt wird.
3) Reicht Englisch als „Industriesprache“?
In Audits sieht man es immer wieder: Ein SDS nur auf Englisch führt zu Rückfragen, Verzögerungen oder Abnahmen unter Vorbehalt. Selbst wenn ein Kunde Englisch akzeptiert, kann das bei einer Prüfung durch Behörden/Arbeitsschutz trotzdem problematisch sein.
4) Sonderfälle: Konzernsprache, B2B-Verträge, interne Nutzung
Unternehmen nutzen intern oft Englisch als Konzernsprache. Das kann organisatorisch sinnvoll sein – ersetzt aber nicht automatisch die Pflicht, im Zielland ein SDS in der amtlichen Sprache bereitzustellen, sobald Produkte dort in Verkehr gebracht oder bereitgestellt werden.
5) Warum die Übersetzung bei SDS besonders heikel ist
Bei Sicherheitsdatenblättern ist die Terminologie teilweise normiert (z. B. H-/P-Sätze, Gefahrenklassen, standardisierte Formulierungen). Außerdem müssen Inhalte über SDS, Etiketten und Begleitdokumente konsistent bleiben. Typische Fehlerquellen:
- falsche oder inkonsistente Gefahrhinweise
- missverständliche Schutzmaßnahmen
- Terminologieabweichungen bei Stoffnamen/Bestandteilen
- Format- und Abschnittsfehler (z. B. kritische Stellen wie Abschnitt 2, 8, 15)
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Wenn Sie mehrere Zielmärkte bedienen oder auditfeste Unterlagen brauchen, ist eine fachlich saubere, konsistente SDS-Übersetzung der schnellste Weg zu stabilen Freigaben.
Zur zentralen SDS-Leistungsseite:
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Fazit
Welche Sprachen sind Pflicht? In der EU gilt praktisch: SDS in der Amtssprache des Ziellandes. Wer nur mit Englisch arbeitet, riskiert Rückfragen, Verzögerungen und Compliance-Probleme. Saubere Fachübersetzungen sparen Zeit – und reduzieren Risiko.